Armada Antimatter 100 — Review
Überblick
Der Antimatter 100 ist das Herzstück von Armadas komplett neuer Antimatter-Freeride-Linie für 26-27 und erscheint zusammen mit dem breiteren Antimatter 114. Er übernimmt die Rolle der bisherigen Declivity-X-Richtung, interpretiert sie aber deutlich verspielter: ein freestyle-inspiriertes Profil und ein leicht nach vorn gerückter Montagepunkt, kombiniert mit einer Form, die direktional genug bleibt, um Druck zu machen. Mit 100 mm unter der Bindung positioniert Armada ihn als Freeride-Daily-Driver für All-Mountain-Einsatz mit Hang zu weichem Schnee — erhältlich in sechs Längen von 154 bis 189 cm, mit Radien von 14 bis 20 m und einem angegebenen Gewicht von 1915 g pro Ski bei 182 cm.
Leistung im Schnee
Auf dem Papier liest sich das Rezept wie ein lockererer, gutmütigerer Freerider als die auslaufenden Declivity-X-Modelle. Das Freeride-Rocker-Profil hat mehr Tip-Splay und ein stärker aufgebogenes Heck als Armadas All-Mtn-Profil — das spricht für leichtes Pivotieren, Smearen und gutmütiges Auslösen in weichem oder zerfahrenem Schnee. Zwei partielle Titanal-Lagen konzentrieren das Metall unter der Bindung: Dort sollte der Ski ruhig und griffig bleiben, während Schaufel und Heck lebendig bleiben. Der Radius von 18 m bei 182 cm deutet auf einen vielseitigen mittleren Schwung hin, und der leicht nach vorn gerückte Montagepunkt lädt zu einer zentrierten, neutralen Position ein. Mit 1915 g pro Ski liegt das Gewicht im Klassenmittel — genug Masse, um zerfahrenen Schnee zu beruhigen, aber kein Charger-Brett.
Aufbau & Specs erklärt
Armada baut den Antimatter 100 um einen durchgehenden Pappel-Holzkern. Das Kernstück ist das Speedmetal-Titanal-Laminat: zwei partielle Titanal-Lagen, die im Bindungsbereich von Kante zu Kante reichen und nach vorn und hinten schmaler zulaufen, wobei der Zuschnitt pro Modell abgestimmt ist. Ein Glasfaserlaminat vervollständigt den Aufbau, durchgehende AR100-ABS-Seitenwangen stützen die Kanten. Für Haltbarkeit sorgen Armadas All Mountain Edge und ein gesinterter S7-Belag. Die Maße bleiben über die Range nahezu konstant — 131/100/121 mm bei 182 cm —, während der Radius von 14 m bei 154 cm auf 20 m bei 189 cm wächst.
Für wen & Vergleiche
Das ist ein Ski für direktionale Fahrer, die ihren Freeride-Daily-Driver lieber verspielt als fordernd mögen: All-Mountain mit Hang zu weichem Schnee, Powdertage im Skigebiet und alle, die genauso gern pivotieren und smearen wie carven. Der Head Kore 100 Ti bewegt sich in einer sehr ähnlichen Gewichts- und Radiusklasse, wirkt aber steifer und klassischer direktional, während der Antimatter Richtung Freestyle tendiert. Der Volkl Mantra 102 ist deutlich schwerer mit weit längerem Radius — die Option für harte, große Schwünge —, während der Antimatter auf dem Papier schneller von Kante zu Kante und fehlerverzeihender sein dürfte. Am nächsten liegt der auslaufende Armada Declivity x 102: etwas breiter, mit minimalem Tail-Rocker, insgesamt bulliger und fordernder — der Antimatter 100 ist die lockerere, freundlichere Weiterentwicklung derselben Idee.
Pro, Kontra und Fazit
Pro
- Freestyle-inspirierter Freeride Rocker macht Pivotieren, Smearen und weiches Auslösen leicht.
- Speedmetal Titanal konzentriert das Metall um die Bindung — Ruhe unter dem Fuß, ohne Schaufel und Heck abzustumpfen.
- Breites Längenangebot von 154–189 cm deckt viele Fahrergrößen ab.
- Moderates Gewicht für einen 100-mm-Freerider — substanziell genug für zerfahrenen Schnee, den ganzen Tag handlich.
- Leicht nach vorn gerückter Montagepunkt unterstützt eine zentrierte, moderne Position.
Kontra
- Wer maximale Laufruhe auf hartem Schnee sucht, ist mit schwereren Chargern mit längerem Radius besser bedient.
- Das stärker aufgebogene Heck bietet weniger Halt für Fahrer, die den Schwung hart über das Skiende beenden.
- Die Ausrichtung auf weichen Schnee macht ihn zum Kompromiss als reinen Hartpisten-Ski.
- Zu schwer, um glaubwürdig als dedizierter Tourenski zu dienen.
Fazit: Der Antimatter 100 modernisiert Armadas Freeride-Mittelbreite mit einem lockereren, freundlicheren Charakter als der Declivity X, den er ablöst. Auf dem Papier ein überzeugender Daily Driver für All-Mountain-Fahrer mit Vorliebe für weichen Schnee, die direktionale Ruhe ohne fordernde Attitüde wollen.

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