Waldner geht nach 12 Jahren: Plancker leitet den Männer-Weltcup ab 15. November

Die Flutlichtpisten von Levi, Finnland, wo am Sonntag, 15. November 2026, der Weltcup-Slalom der Männer stattfindet. Foto: DanielMichaelPerry via Wikimedia Commons, CC0, beschnitten.
Raimund Plancker hat am Sonntag, 1. November 2026, sein Amt als Chef-Renndirektor Alpin Männer der FIS angetreten. Der Südtiroler löst Markus Waldner (63) ab, der am Donnerstag, 8. Oktober, nach 12 Jahren im Amt zurückgetreten war und einen „unglaublichen Druck“ als Grund nannte. Planckers erstes Rennen in eigener Verantwortung ist der Männer-Slalom in Levi, Finnland, am Sonntag, 15. November. Der Renndirektor entscheidet bei jedem Männer-Weltcuprennen über Kurs, Wetter und Sicherheit, der Wechsel betrifft also jeden Start des Winters.
Kurz gefasst
- Markus Waldner, Renndirektor seit 2014, gab seinen Rückzug am 8. Oktober 2026 in einer FIS-Mitteilung bekannt.
- Peter Gerdol, der Renndirektor der Frauen, leitete am 25. Oktober den Riesenslalom der Männer in Sölden.
- Die FIS ernannte am Montag, 26. Oktober, Raimund Plancker, seit 2022 stellvertretender Renndirektor für die Speed-Disziplinen.
- Plancker übernahm am 1. November; sein erstes Rennen ist der Slalom in Levi am 15. November, danach Gurgl am 22. November.
- Hannes Trinkl bleibt Renndirektor für die Speed-Disziplinen, Janez Hladnik für die technischen Disziplinen; ein neuer Stellvertreter wird gesucht.
Vier Wochen vom Rücktritt zum Nachfolger
| Datum (2026) | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| Donnerstag, 8. Oktober | Die FIS gibt bekannt, dass Waldner zurücktritt; Gerdol übernimmt im ersten Saisonteil beide Touren | FIS-Mitteilung |
| Mittwoch, 14. Oktober | Blick berichtet, dass Speed-Renndirektor Hannes Trinkl den Posten abgelehnt hat und seine eigene Zukunft an den Nachfolger knüpft | Blick |
| Samstag, 24., und Sonntag, 25. Oktober | Weltcup-Auftakt in Sölden; der Riesenslalom der Männer läuft unter Gerdol | FIS, dpa |
| Montag, 26. Oktober | Die FIS ernennt Raimund Plancker zum Chef-Renndirektor Alpin Männer | FIS-Mitteilung |
| Sonntag, 1. November | Plancker im Amt | FIS-Mitteilung |
| Samstag, 14., und Sonntag, 15. November | Slaloms in Levi, Frauen und Männer, auf der Piste Levi Black | Veranstalter, FIS |
| Samstag, 21., und Sonntag, 22. November | Slaloms in Gurgl, Frauen und Männer | FIS-Kalender |
Die Entscheidung fiel zwei Wochen vor dem Auftakt. Waldner aus Brixen in Südtirol war 1997 als Europacup-Koordinator zur FIS gekommen und hatte den Männer-Weltcup im April 2014 von Günter Hujara übernommen, der den Posten 23 Jahre lang innehatte, wie sport.ORF.at berichtet.
8. Oktober: „ein unglaublicher Druck“
In der FIS-Mitteilung vom 8. Oktober sagte Waldner: „Das ist keine Entscheidung, die ich leichtfertig treffe. Den alpinen Skisport auf höchster Ebene zu verantworten, ist ein Privileg, aber auch eine Position, die einen unglaublichen Druck mit sich bringt. Im Lauf der Jahre, in denen sich die FIS und der Sport verändert haben und gewachsen sind, hat sich dieser Druck aufgestaut, bis zu dem Punkt, an dem ich jetzt das Gefühl habe, nicht mehr die Energie und die Einstellung zu haben, um eine weitere volle Saison so durchzustehen, wie ich es gern getan hätte.“
FIS-Alpindirektor Janne Leskinen sagte, Waldner sei 12 Jahre lang „ein echter Bezugspunkt“ gewesen. Waldner unterstützt die Übergabe in der Saison 2026/27, und die FIS und er sprechen über „neue Aufgaben innerhalb der FIS“. Bis zum 3. November 2026 wurde keine neue Rolle bekannt gegeben. SRF schrieb, seine Zukunft beim Verband sei noch offen.
Der Hintergrund: ein neuer Posten als Alpindirektor
Die Gründe für den Druck standen nicht in der Mitteilung. Blick berichtete am 14. Oktober, Generalsekretär Urs Lehmann habe den Posten des FIS-Alpindirektors geschaffen, um das Rennbüro zu entlasten, Waldner habe sich darauf beworben, und im Juli 2026 sei der Posten an Leskinen gegangen. Laut demselben Bericht wurde Trinkl der Job des Renndirektors angeboten, und er lehnte ab. Trinkl sagte zu Blick: „Die FIS sollte alles daran setzen, dass Markus zurückkommt, weil es in meinen Augen für diese schwierige Tätigkeit keinen Besseren als ihn gibt.“
LAOLA1 schrieb am 10. Oktober unter Berufung auf die Kronen Zeitung, Waldner und Gerdol seien bei der FIS-Konferenz in Genf nicht zu den Kalender- und Produktsitzungen eingeladen worden. Die FIS hat diese Darstellung nicht kommentiert. Salzburg24 und Sport1 werteten den Rückzug beide als Schock zwei Wochen vor Sölden.
Wer ist Raimund Plancker
Plancker stammt aus Gröden, ebenfalls in Südtirol. Er kam 2022 als stellvertretender Renndirektor für die Speed-Disziplinen der Männer zur FIS und arbeitete unter Trinkl. Davor leitete er laut der FIS-Mitteilung vom 26. Oktober ein Jahrzehnt lang Elite-Teams des italienischen Verbands. SportNews.bz zählt 28 Jahre als Trainer und beschreibt ihn als prägenden Mentor von Abfahrtssieger Dominik Paris. Kein Medium nennt sein Alter.
Plancker sagte in der FIS-Mitteilung: „In den vergangenen vier Jahren habe ich viel gelernt und gesehen, wie sich die FIS und der Sport verändert haben und gewachsen sind. Ich bin überzeugt, dass unser Team auf dem richtigen Weg ist, den alpinen Skisport noch weiterzubringen und noch fitter für die Zukunft zu machen.“ Leskinen nannte ihn „eine der kenntnisreichsten und angesehensten Stimmen im gesamten alpinen Skisport“ und verwies auf Kontinuität: Trinkl bleibt für die Speed-Disziplinen zuständig, Hladnik für die technischen Disziplinen, und die FIS wird einen neuen Stellvertreter für Speed suchen.
Was der Job am Renntag bedeutet
Der Renndirektor der Männer ist die Person am Berg, die mit der Jury das Programm festlegt, eine Verschiebung oder Absage ausspricht, Kurs und Sicherheitsaufbau freigibt und mit den Teams spricht. In Sölden lief der Riesenslalom der Männer unter Gerdol, der die Frauen-Tour seit 2020 leitet. Ab Levi trifft Plancker diese Entscheidungen; es folgen die Slaloms in Gurgl am 21. und 22. November, der nordamerikanische Speed- und Technik-Block und die Januar-Klassiker in Wengen und Kitzbühel.
Was ein Slalom auf der Levi Black von einem Ski verlangt
Der Slalom in Levi ist das erste technische Rennen auf einer kalten, harten Flutlichtpiste. Die Ski der Athleten folgen den FIS-Ausrüstungsregeln; Hobbyrennläufer können fast baugleiche Modelle kaufen. Der Atomic Redster S9 FIS hat laut Atomic 65 mm unter der Bindung und einen Radius von 12,1 m in 165 cm. Für den Völkl Racetiger SL R WC FIS für 2026/27 nennt der Hersteller 65 mm und 12 m. Für einen Slalomski, mit dem man bei einem Clubrennen und auf einer normalen Piste leben kann, sind der Head WC Rebels e-SL mit 68 mm und der Rossignol Hero Elite ST Ti mit 68 mm und 13 m Radius in 167 cm die Konsumentenversionen der Hersteller. Pick-a-Ski stuft den gesamten Katalog nach Ihrem Niveau und den Pisten ein, auf denen Sie unterwegs sind.
Quellen
- FIS, „Markus Waldner steps down as FIS Chief Race Director Alpine Men“, 8. Oktober 2026, und „Raimund Plancker takes over as FIS Chief Race Director Alpine Men“, 26. Oktober 2026.
- sport.ORF.at, 8. und 26. Oktober 2026; SRF, 8. Oktober 2026; Blick, 8. und 14. Oktober 2026.
- LAOLA1, 10. und 26. Oktober 2026; Salzburg24 und Sport1, 8. Oktober 2026; SportNews.bz, 26. Oktober 2026; dpa via Tagesspiegel, 26. Oktober 2026.
- Veranstalterseite Weltcup Levi, abgerufen am 3. November 2026.
