Black Crows Solis – Testbericht
Der Black Crows Solis ist ein kompromissloser Freeride‑Ski für Steilwände und harte Bedingungen. Mit 100 mm Mittelbreite, langer progressiver Schaufelrocker, leichtem Camber und unterstützendem, progressivem Tail liefert er Ruhe und Kontrolle, wenn es ausgesetzt wird. Kein verspielter Allmountain‑Twin – ein Präzisionswerkzeug für Könner und Experten.
Einordnung und Zielgruppe
- Einsatz: Big‑Mountain‑Steeps, Couloirs, Windharsch und harte, variable Schneetypen.
- Charakter: Direktional, großer Radius (~25 m), tragendes Heck verhindert Übersteuern in der Falllinie.
- Fahrer: Fortgeschritten bis Experte mit Fokus auf Kantenhalt, Stabilität und bewusste Schwünge/Jumphooks.
Fahrverhalten
- Steil & eisig: Sehr guter Kantenhalt und Gelassenheit. Titanal unter dem Fuß + leichter Camber greifen; der große Radius beruhigt ohne hakenlastiges Heck.
- Windgepresst/firm: Leise und souverän. Nicht ganz so totgedämpft wie die schwersten Charger, aber sehr vertrauenerweckend in exponiertem Gelände.
- Pulver & weich: Lange Schaufelrocker sorgt für ordentlichen Auftrieb für 100 mm. Direktionales Fahrgefühl bevorzugt eine ausgeglichene, vordere Haltung statt surfy Slarven.
- Crud & Harschhaufen: Für das Gewicht gute Spurstabilität. Weniger Bulldozer als Blizzard Cochise 106 oder Black Crows Corvus, aber berechenbar und spurtreu.
- Bäume & Buckel: Drehfreudiger als der 25‑m‑Wert vermuten lässt – dank Rocker und progressivem Tail – verlangt dennoch Entschlossenheit und Technik.
- Zustieg/Tour: Mit ~1650–1800 g pro Ski tauglich für kurze/mittlere Touren. Minimalistischer Fellhaken; gesinterter Belag braucht regelmäßiges Wachsen.
Konstruktion – Highlights
- Kern: Paulownia/ Pappel – geringes Gewicht mit Dämpfung und Rebound.
- Lagen: Glasfaser + Carbon – Steifigkeit ohne Masse.
- Titanalplatte unter der Bindung – mehr Grip und Bindungstoleranz.
- Semi‑Cap mit ABS‑Seitenwangen – Haltbarkeit und präzise Kraftübertragung.
- Gesinterter Belag – schnell bei guter Pflege.
Spezifikationen erklärt
- Rockerprofil: Lange progressive Schaufel, leichter Camber, progressives Heck mit leichtem Rocker. Biss auf hartem Untergrund, etwas Auftrieb, kein nervöses Übersteuern im Steilen.
- Sidecut (Tip/Mitte/Tail): 125–126 / 100 / 108 mm. Schmaleres Heck für kontrollierte Schwungauslösung; 100 mm für Präzision auf hartem Schnee.
- Radius: ~25 m. Ruhige, lange Kurve – Sicherheit in der Falllinie statt engem Carven.
- Gewicht: ~1650 g (173) / ~1800 g (180) pro Ski. Tourentauglich und dennoch vertrauenerweckend.
- Montagepunkt: −9 cm. Direktionale Position; nahe der Empfehlung bleiben für Stabilität im Steilen.
- Längen: 173,3 und 180,0 cm. Kürzer für enge Couloirs/Jump‑Turns; länger für Tempo und größere Fahrer.
- Bohrung: 4,1 × 9 mm. Relevant für die Werkbank.
Setup & Bindungstipps
- Alpin: Look Pivot 15, Marker Griffon/Jester oder Salomon Strive mit 100–115 mm Stoppern.
- Pin/Tech: Marker Alpinist, ATK oder Salomon MTN für steile Skitouren (100–110 mm Stopper).
- Stopperbreite: Taille oder bis ~15 mm breiter (100–115 mm).
Größenwahl
- 173,3 cm: Leichtere Fahrer (<75–80 kg), enge Passagen, viele Jump‑Turns, maximale Agilität.
- 180,0 cm: Schwerere Fahrer und/oder höheres Tempo, mehr Laufruhe und Spurtreue.
Vergleiche
- Black Crows Corvus (107 mm): Breiter, schwerer Charger mit Reverse Camber; besser in Zerfahrenem und bei Speed, weniger präzise/bissig auf eisigen Steilhängen.
- Blizzard Cochise 106: Dämpfungs‑Primus und Pisten‑Charger; schwerer, weniger tourenfreundlich; mehr Auftrieb, weniger Agilität im Technischen.
- Völkl Mantra M6 (96 mm): Überragend auf der Piste im Carven; weniger souverän in No‑Fall‑Zone‑Steeps; kürzerer Radius, verspielter im Resort.
- Dynastar M‑Pro 99: Echte Allmountain‑Allzweckwaffe; verzeihender, aber weniger fokussiert auf steil/hart.
- Black Crows Navis Freebird (102 mm): Deutlich leichter für lange Touren; weniger Dämpfung/Kantenhalt als der Solis am Limit.
Pro & Kontra
- Pro: Vertrauen auf steil & eisig, stabiler großer Radius, unterstützendes Heck, tourentaugliches Gewicht.
- Pro: Titanal unter dem Fuß verkraftet kräftige Bindungen; schneller Belag mit Pflege.
- Kontra: Nicht surfy/verspielt; bevorzugt einen direktionalen Stil.
- Kontra: Kein harter Pistencarver; belohnt Tempo und saubere Technik.
Häufige Fragen
F: Taugt der Black Crows Solis als Daily Driver?
A: Für die meisten nicht. Er glänzt in steilem, hartem Gelände; für gemischte Pistentage sind Mantra M6 oder M‑Pro 99 vielseitiger.
F: Welche Länge für Couloirs und Jump‑Turns?
A: Meist 173,3 cm für enge Linien und Agilität, 180,0 cm für mehr Stabilität, Speed oder schwerere Fahrer.
F: Funktionieren Tech‑Bindungen am Solis?
A: Ja. Gewicht und Titanalplatte passen zu Alpin‑ oder Pin‑Setups. 100–110 mm Stopper sind ideal.
F: Unterschied zum Black Crows Corvus?
A: Der Corvus ist breiter/looser in 3D‑Schnee, besser in Zerfahrenem, aber weniger präzise und bissig auf eisig‑steilem Terrain.
Wichtigste Punkte
- Steilstabilität: Großer Radius + homogener Flex sorgen für Ruhe.
- Kantenhalt: Titanal + leichter Camber liefern sicheren Grip.
- Fokussiert: Direktional, präzise – ein Werkzeug für ernsthafte Linien.