Salomon S/Race GS 12 im Test
Der Salomon S/Race GS 12 ist ein ernstzunehmender GS‑Carver für fortgeschrittene bis sehr gute Pistenskifahrer, die lange, saubere Bögen auf hartem Untergrund lieben. Klassischer Race‑Camber, Vollholzkern aus Esche, Double Titanal und Salomons Blade‑Technologie liefern bissige Kanten, enorme Laufruhe und spürbaren Rebound am Kurvenende.
Für wen?
- Fortgeschrittene/Experten, fokussiert auf präparierte Pisten und höhere Geschwindigkeiten.
- Fahrer, die Präzision, Kantengriff und Stabilität über Verspieltheit oder Off‑Piste‑Vielseitigkeit stellen.
- Weniger geeignet für Einsteiger oder gemütliche Kurzschwünge in Buckeln.
Fahreindruck auf der Piste
- Kantengriff & Stabilität: Double Ti, volle Seitenwangen und 68 mm Taille sorgen für extremen Biss auf Eis und viel Ruhe bei Tempo. Der Ski hält die Linie auch unter Last.
- Schwungradien: Mit ~16/18/19 m (170/175/180) fühlt er sich in mittleren bis langen GS‑Bögen am wohlsten. Engere Radien gehen, erfordern jedoch aktiven Druck.
- Charakter: Dank Blade‑Inserts im Titanal wirkt der GS 12 lebendiger als manch „Dampfwalzen“-GS—mehr Energie ohne Nervosität.
- Gemischte Bedingungen: Nachmittags‑Haufen steckt er ordentlich weg, doch sein Revier sind harte, glatte Pisten. In Buckeln und weichem, unruhigem Schnee braucht er saubere Technik.
Vergleiche
- Atomic Redster G9 Revo S: noch etwas gedämpfter und stärker „locked‑in“ auf ruppigem Eis; der Salomon ist leichterfüßig und spritziger Kante‑zu‑Kante.
- Rossignol Hero Elite LT Ti: zugänglicher und gutmütiger bei moderatem Tempo, aber nicht so präzise wie der GS 12 auf sehr hartem Untergrund.
- Nordica Dobermann GSR DC: die Dampfwalze—extrem satt und ruhig. Der Salomon ist agiler und energetischer, dafür weniger unerschütterlich in schwerer Haufenpiste.
Setup und Längenwahl
- Längen: 170, 175, 180 cm. Leicht/mäßiges Tempo: 170. Alltags‑Frontside bei höherem Tempo: 175. Schwer/ sehr aggressiv oder lange GS‑Linien: 180.
- Platte/Bindung: Häufig mit Race‑Platte und X12/I12 GW verkauft. Platten erhöhen Hebel und Kantenhalt; prüfen, ob Gewichtsangaben Platte/Bindungen enthalten.
- Tuning: Ein präziser, scharfer Kantenwinkel holt das Maximum heraus—besonders auf Hardpack/Eis.
Spezifikationen und Bedeutung
- Rocker/Camber: Klassischer „Racing profile“-Camber. Maximaler Kantenkontakt und Druck—wichtig für Halt und Stabilität in langen Bögen.
- Sidecut: ca. 115‑68‑96/97/98 mm (Tip/Tail je nach Länge). Schmale Taille = schnelle Kantenwechsel und starke Eisgriffigkeit; geraderes Heck für kraftvollen Zug aus der Kurve.
- Radius: ≈16 m (170), ≈18 m (175), ≈19 m (180). Bevorzugt mittlere bis lange Schwünge.
- Konstruktion: 100% Esche, Double Titanal, Sandwich‑Seitenwangen. Race‑Niveau bei Torsionssteifigkeit, Dämpfung und Haltbarkeit.
- Blade‑Technologie: Polymer‑Inserts im Titanal bringen mehr Lebendigkeit/Initiation ohne Steifigkeitsverlust—spritzig und dennoch stabil.
- Gewicht: Je nach Setup. Ca. 2.115 g pro Ski (175, ohne Bindung) bzw. ~4.620 g pro Paar inkl. Platte/Bindung. Schwerer = ruhiger, leichter = reaktiver.
Stärken
- Herausragender Kantengriff und Hochgeschwindigkeitsruhe.
- Für einen Race‑GS bemerkenswert lebendiger Rebound.
- Hochwertige Verarbeitung, robuste Race‑Finish.
Schwächen
- Kaum fehlerverzeihend; verlangt saubere Technik und Einsatz.
- Begrenzte Vielseitigkeit abseits perfekter Pisten.
- Mag Tempo und Engagement mehr als entspanntes Cruisen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Grip: Spitzenklasse auf Eis und hartem Cord.
- Schwungcharakter: Mittel‑bis‑lang ist die Komfortzone.
- Zielgruppe: Präzisions‑Carver, keine Gelegenheits‑Cruiser.
Häufig gestellte Fragen
F: Für wen eignet sich der Salomon S/Race GS 12?
A: Für fortgeschrittene bis sehr gute Pistenskifahrer, die Geschwindigkeit und lange Radien lieben. Wer Präzision und Grip sucht, wird belohnt.
F: Welche Länge soll ich nehmen?
A: 170 cm für leichtere Fahrer/Moderates Tempo; 175 cm für Frontside‑Alltag und höheres Tempo; 180 cm für schwere, sehr aggressive Fahrer oder ausgeprägte GS‑Linien.
F: Unterschied zu echten FIS‑GS Ski?
A: Race‑inspiriert, aber zugänglicher als FIS: leichtere Schwungeinleitung und breiterer Alltags‑Einsatz bei hoher Stabilität und starkem Grip.
F: Ist der S/Race GS 12 gutmütig?
A: Nur bedingt. Er verlangt klare Inputs; wer entspannt cruisen will, greift besser zu einem etwas weicheren, breiteren Pistenmodell.