Test: Rossignol Forza 60 Ti
Überblick
Der Rossignol Forza 60 Ti ist ein vertrauenerweckender Pisten‑Carver für fortgeschrittene bis sportlich fortgeschrittene Skifahrer. Die breite Schaufel (130 mm), Tip‑Rocker und klassischer Camber lassen Schwünge quasi von selbst einleiten. Ein Titanal‑Beam und Carbon Alloy Matrix sorgen für Ruhe und Präzision bei Tempo. Verspielter und gutmütiger als ein Rennski, aber mit echter Kantenstabilität im Alltag.
Fahrverhalten auf der Piste
- Kantengriff & Stabilität: Auf Hartschnee greift der Forza 60 Ti sauber und läuft spurtreu. Die 75‑mm‑Mitte wechselt flink von Kante zu Kante und bleibt bis zu hohen Resort‑Geschwindigkeiten gefasst.
- Schwunggefühl & Vielseitigkeit: Mit 11–14 m (längenabhängig) liegt der Sweet‑Spot bei kurzen bis mittleren Radien. Lange GS‑Bögen kann er, aber ohne die Panzer‑Dämpfung schwerer Doppel‑Titanal‑Modelle.
- Dämpfung & Tempolimit: V‑A‑S und Carbon Alloy Matrix glätten Vibrationen effektiv. Es gibt ein praxisnahes Top‑Ende; darüber wirkt er leichter und wacher. Für die meisten Pistengebiete ist das ideal.
- Spätnachmittags‑Haufen & Buckel: Tip‑Rocker hilft in verspurtem Schnee. Insgesamt lebendig statt bulldozer‑ruhig; für viel harte Buckel kann ein breiterer, schwererer Carver noch gelassener sein.
Konstruktion & Technik — spürbare Effekte
- PEFC‑Pappelkern + durchgehende Seitenwangen: präzises Kantengefühl, solider Rebound.
- Titanal Beam: Power unter dem Fuß für Grip und Stabilität bei Druck.
- Carbon Alloy Matrix: zusätzliche Ruhe/Stabilität ohne totes Gefühl.
- V‑Profile & V‑A‑S: sanfterer Schneekontakt, weniger Zittern.
- Reinforced Torsion Tip (RTT): hält die breite Schaufel stabil bei kräftigem Fahren.
- Sintered HD Belag: gute Gleiteigenschaften und Haltbarkeit.
Größenwahl & Setup
- Länge: Fortgeschrittene etwa Kinn‑bis‑Nase; sportlich Fortgeschrittene Nase‑bis‑Augenbraue. Länger = mehr Ruhe und längere Bögen; kürzer = maximale Agilität.
- Bindungen: Häufig auf dem Konect‑System mit SPX‑Bindung verkauft; per Schiene leicht verstellbar. Wählt einen passenden DIN‑Bereich.
Spezifikationen und was sie bedeuten
- Rockerprofil: Tip‑Rocker + Camber — leichter Schwungeinstieg, starke Kantenführung und Rebound unterm Fuß.
- Sidecut 130‑75‑112 mm — große Schaufel zieht in den Schwung; 75 mm Mitte = schneller Kantenwechsel; 112 mm Heck für sauberes Ausleiten.
- Radius 11/12/13/14 m (156/164/171/179) — optimiert für kurze bis mittlere Radien, kann jedoch länger werden.
- Gewicht (Paar, i. d. R. ohne Bindung): ca. 1,7–2,0 kg (156–179). Leicht und reaktionsfreudig; nicht so massiv gedämpft wie schwere Rennabkömmlinge.
- Längen: 156, 164, 171, 179 cm — Auswahl nach Tempo/Präferenz wie oben.
Vergleiche
- Rossignol Forza 50: gutmütiger und leichter im Gefühl; weniger Haltekraft ganz oben am Geschwindigkeitsband als der 60 Ti.
- Rossignol Forza 70 V‑Ti: steifer und ruhiger; besser bei High‑G‑Carves, aber anspruchsvoller.
- Head Supershape e‑Magnum: ähnliche Radien mit noch mehr Sanftheit; fühlt sich schwerer/ernster an.
- Atomic Redster Q7 Revoshock C: sehr ruhig und präzise; weniger verspielt als der Forza 60 Ti.
- Salomon S/Max 10: sehr zugänglich und schnell zu erlernen; auf blankem Eis nicht ganz so bissig.
Wichtigste Erkenntnisse
- Einfacher Schwungeinstieg: breite Schaufel + Tip‑Rocker machen’s intuitiv und schnell.
- Echter Kantengriff: Titanal unter dem Fuß liefert seriöse Haltekraft.
- Lebendige Ruhe: gute Dämpfung fürs Gewicht, ohne das Panzer‑Gefühl eines Rennbretts.
Häufig gestellte Fragen
F: Für wen ist der Rossignol Forza 60 Ti geeignet?
A: Für fortgeschrittene bis sportlich fortgeschrittene Pistencarver, die ein lebendiges, vertrauensbildendes Fahrgefühl mit echter Kantenstärke suchen.
F: Wie schlägt er sich auf eisigen Morgenpisten?
A: 75‑mm‑Mitte, Camber und Titanal sorgen für verlässlichen Biss. Ein echter Rennski bleibt auf blauem Eis überlegen, doch der Forza 60 Ti ist für seine Klasse sehr sicher.
F: Welche Länge soll ich wählen?
A: Fortgeschrittene: Kinn‑bis‑Nase; sportlich Fortgeschrittene: Nase‑bis‑Braue. Länger für Stabilität/weite Bögen, kürzer für Agilität/kurze Schwünge.
F: Unterschied zum Forza 70 V‑Ti?
A: Der 70 V‑Ti ist steifer und stärker gedämpft für aggressives High‑Speed‑Carven, aber fordernder. Der 60 Ti ist zugänglicher und verspielter bei immer noch starkem Grip.