Line Bacon 115 — Testbericht
Überblick
Der Line Bacon 115 ist ein verspielter Freeride/Freestyle‑Powderski, der surfiges Aufschwimmen mit ausreichender Kantenführung für die Rückfahrt zum Lift kombiniert. Mit 115 mm Mittelbreite, symmetrischem Flex und eher zentralem Stand gelingen Butters und Switch‑Turns leicht. Der Ahorn/Espe‑Kern und die kräftigen Kanten/Beläge bringen Haltbarkeit und Landungs‑Support. Das Gewicht liegt im Mittelfeld: agil ohne wackelig zu sein.
Fahreindruck
Powder & Wald
- Sehr drehfreudig und surfy; die Thin Tip hält die Schaufel oben.
- Switch‑Absprünge/‑Landungen fühlen sich durch die nahezu symmetrische Form natürlich an.
Zerfahren/Crud
- Genug Dämpfung für mittlere Geschwindigkeiten; Thick‑Cut Sidewalls und Holzkern beruhigen.
- Kein Vollgas‑Charger: bei sehr hohem Tempo in schwerer Zerfahrenem wird die Schaufel lebhafter.
Piste & Hartschnee
- 5‑Cut Sidecut erlaubt intuitive kurze bis mittlere Radien. Für 115 mm ordentliche Kantenhalte, aber begrenzt auf Eis und bei großen Schräglagen.
- Insgesamt locker‑verspielt statt voll „eingespurt“.
Freestyle & natürliches Gelände
- Symmetrischer Flex und Twin Tip erleichtern Butters, Presses und Switch.
- Moderates Schwunggewicht; nicht ultraleicht, aber gutmütig und stützend bei Landungen.
Konstruktion & Design
- Maple Macroblock‑Kern mit Espe: Mix aus Pop, Haltbarkeit und Dämpfung.
- Thin Tip: reduziert Schwunggewicht und beschleunigt die Schwungeinleitung.
- Fatty Base & Edge: dickere Beläge und Kanten für längere Lebensdauer.
- 5‑Cut: Multi‑Radius für vielseitige Kurvenformen.
- Stand ca. −40 mm: empfohlene, relativ zentrale Montage passt zum Freestyle‑Stance.
Montage & Größenwahl
- Montage: Park/Freestyle → auf der Markierung oder ±0–1 cm; All‑Mountain/Freeride → −1 bis −2 cm für mehr Schaufel‑Support.
- Länge: 168 cm für leichtere/kleinere Fahrer oder enge Bäume; 178 cm als Allrounder; 188 cm für mehr Auftrieb, Stabilität und Landungen.
- Bindungen: robuste Alpin oder Hybrid; Touren möglich, aber kein Leichtbau‑Ski.
Vergleiche
- Armada ARV 116 JJ: noch loser/surfier im Tiefschnee; Bacon 115 mit etwas mehr Kantenhalt und Landungs‑Support auf der Piste.
- K2 Reckoner 112: softer und etwas leichter im Gefühl; Bacon 115 breiter und satter/stabiler in Zerfahrenem.
- Völkl Revolt 114: steifer und ruhiger bei Speed; weniger nachsichtig für Butters/Jibs als der Bacon 115.
Specs erklärt
- Rocker/Camber (12–2–12 oder 13–2–13 mm): viel Tip/Tail‑Rocker für Auftrieb und Slarven, kleiner Camber unter Fuß für Halt und Rebound.
- Maße 148‑115‑143 mm: breite Enden für Auftrieb und Switch‑Stabilität; 115 mm ist der Sweetspot für Powder/Freestyle.
- Radius (168/178/188: 14/16.2/18.4 m): kürzere Längen = schnellere Schwünge; 188 = mehr Laufruhe bei Tempo.
- Gewicht (ca.): 168 ~1947 g/Ski; 178 ~2140 g/Ski; 188 ~2340 g/Ski. Mittelgewicht: agil, nicht labberig.
- Bauweise: Ahorn/Espe‑Kern + dicke Beläge/Kanten; Thin Tip senkt Schwunggewicht; Thick‑Cut Sidewall bringt Dämpfung und Grip.
Wichtigste Punkte
- Verspielt und surfy: gemacht für Powder und Features.
- Genug Dämpfung: stabil bis mittleres Tempo.
- Kein Eis‑Carver: ordentlicher Halt, kein Rennski.
- Freestyle‑tauglich robust: dicke Kanten/Beläge, solider Kern.
Häufig gestellte Fragen
Q: Wie schwer ist der Line Bacon 115?
A: Je nach Länge/Quelle ca. ~1,95–2,35 kg pro Ski. Manche Angaben nennen Paargewichte – immer per Ski vs. Paar prüfen.
Q: Taugt er als Daily Driver?
A: In schneereichen Gebieten ja. An harten/eisigen Tagen ist ein schmalerer All‑Mountain effizienter. Der Bacon 115 glänzt in weichem Schnee, Wald und Mixed Pow/Crud.
Q: Wo sollte ich montieren?
A: Freestyle: auf/±1 cm der Empfehlung. Directionaler All‑Mountain: 1–2 cm zurück für mehr Schaufel‑Support.
Q: Vergleich mit „Chargern“?
A: Weniger Top‑End‑Dämpfung als z. B. Katana/Wildcat 118, dafür deutlich verspielter für Butters und Switch.