Icelantic Nomad 100 – Testbericht
Der Icelantic Nomad 100 ist ein verspielter All‑Mountain/Freeride‑Ski, der sich mühelos zwischen Piste, Bäumen und softerem Schnee bewegt. Mit Tip‑/Tail‑Rocker, 4 mm Camber und lebendigem Pappel‑Kern verbindet er Pop und Agilität mit verlässlichem Kantengriff auf hartem Untergrund.
Wichtigste Erkenntnisse
- Verspielt & poppig: Tip/Tail‑Rocker + Carbonstringer sorgen für schnellen Rebound und leichte Pivots.
- Echte All‑Mountain‑Breite: 100 mm unter der Bindung balancieren Stabilität und Auftrieb.
- Angenehmes Gewicht: ca. 1790 g pro Ski (182 cm) – nicht ultraleicht, aber lebhaft und ausreichend gedämpft.
- Fehlertolerant: mittlerer Flex und FLY‑Cap Tip/Tail glänzen in Buckeln und engen Bäumen.
- Kein reiner Charger: weniger Bulldozer‑Dämpfung als schwerere Ski mit Metalllagen.
Für wen?
- Fahrer, die einen einzigen Resort‑Ski für Piste, Bäume, Buckel und gelegentlich Park suchen.
- Skifahrer, die ein spielerisches, kreatives Fahrgefühl mit zuverlässigem Kantengriff schätzen.
- Fortgeschrittene bis Experten, die Agilität und Energie über Geradeaus‑Tempo stellen.
Wer primär schwere, verspurte Schneeoberflächen mit Topspeed planiert, ist mit schwereren Modellen (z. B. Nordica Enforcer 100) ruhiger unterwegs.
Fahreindruck
- Piste: der zusätzliche 4‑mm‑Camber bringt spürbaren Kantengriff. Der Radius (ca. 17–20 m je nach Länge) begünstigt mittlere Radien und flotte Kantenwechsel.
- Buckel & Bäume: geringes Schwunggewicht (FLY‑Cap Tip/Tail) und semi‑Twin‑Tail erleichtern kurze, rhythmische Schwünge – sehr gutmütig.
- Weicher Schnee: 100 mm Taille + 36 cm Tip‑Rocker liefern ordentlichen Auftrieb bis etwa knöchel‑/wadentief. Für Powdertage: Nomad 105/115.
- Crud & Harsch: für sein Gewicht ordentlich gedämpft, verlangt aber eher aktive Fahrweise als “draufhalten”.
- Switch/Park: teilweiser Twin‑Tail erhöht den Spielspaß ohne die Richtungsstabilität zu opfern.
Konstruktion & Technik
- Pappelholzkern: lebendig, robust und nachhaltig bezogen.
- Triaxiales Fiberglas + vertikale Carbonstringer (4 oben/4 unten): Torsionshalt, Pop und Stabilität.
- FLY‑Cap in Tip/Tail mit Vollseitenwange unter der Bindung: niedrigeres Schwunggewicht, starker Kantenbiss.
- ISOSPEED 7200 gesinterter Belag & 2,2‑mm‑Stahlkanten: Tempo und Haltbarkeit.
- Handmade in Colorado, 3 Jahre „Bombproof“ Garantie.
Spezifikationen erklärt
- Rockerprofil: Tip‑Rocker 36 cm / Camber 4 mm / Tail‑Rocker 31 cm. Mehr Rocker = einfaches Drehen & Auftrieb; Camber = Grip, Energie, Präzision.
- Maße (135‑100‑127 mm): 100 mm balancieren Kantenhalt und Float; breite Schaufel hilft beim Aufschwimmen, etwas schmälere Enden beruhigen den Auslauf.
- Gewicht: ca. 3588 g pro Paar (182 cm) – Mittelgewicht: agil mit genug Substanz gegen Vibrationen.
- Radius: 16 m (171), 17–17,5 m (176), 19 m (182), 20 m (188). Kürzer = wendiger; länger = stabiler bei Tempo.
- Längen: 171/176/182/188 cm – kürzer für Wendigkeit, länger für Laufruhe.
Montage & Setup
- Bremsen: Taille 100 mm plus bis ~15 mm (100–115 mm Bremsen passen).
- Montagepunkt: ab Werk beginnen. ~+1 cm für zentraler/verspielter; ~−1 cm für mehr High‑Speed‑Stabilität.
- Bindungen: solide All‑Mountain‑Alpinbindung (DIN 10–13). Hybride nur, wenn regelmäßig Aufstiege geplant sind.
Vergleiche
- Salomon QST 98/100: etwas ruhiger in Zerfahrenem; Nomad 100 ist poppiger und verspielter.
- Atomic Bent 100: leichter und loser, stärker freestyle‑orientiert; Nomad mit besserem Kantenhalt und High‑Speed‑Vertrauen.
- Nordica Enforcer 100: schwerer und gedämpfter zum “Chargen”; Nomad wendiger und weniger ermüdend.
- Blizzard Rustler 10: kraftvoll und vielseitig; Nomad buttriger in Buckeln und kreativer an Gelände‑Features.
- Head Kore 99: leichter und präziser, aber weniger nachsichtig in Wechselbedingungen; Nomad ist freundlicher und spaßiger.
Mögliche Nachteile
- Nicht der ruhigste Ski bei sehr hohem Tempo in harter, zerfahrener Oberfläche.
- 100 mm ist Allround, aber kein Spezialist für Eis oder bodenlosen Powder.
- Mittlerer Flex: sehr aggressive Fahrer könnten mehr Metall‑Dämpfung wünschen.
Häufig gestellte Fragen
F: Wie wähle ich die Länge beim Icelantic Nomad 100?
A: Ungefähr körpergroß für Allround‑Einsatz. Kürzer für Bäume/Buckel; länger für mehr Laufruhe. Der Rocker macht etwas längere Längen gut beherrschbar.
F: Taugt der Nomad 100 als One‑Ski‑Quiver?
A: Für viele ja. 100 mm Taille, echter Camber und großzügiger Rocker decken Piste, Mixed‑Conditions und weichen Schnee bis ~20–25 cm ab. Für Tiefschneetage besser spezialisieren.
F: Wie schnell ist der ISOSPEED 7200 Belag?
A: Ein haltbarer, flotter Sinterbelag, der Wachse gut annimmt. Regelmäßiges Wachsen hält die Gleitfähigkeit hoch.
Fazit
Der Icelantic Nomad 100 trifft die „verspielt, aber fähig“-Formel: energiegeladen in Buckeln und Bäumen, zuverlässig auf der Piste und spaßig im Soft‑Snow. Wer einen einzigen Resort‑Ski mit Agilität und Kreativität ohne Verzicht auf Kantengriff sucht, ist hier genau richtig.