Extrem Factory 102 Test — All‑Mountain Freeride
Überblick
Der Extrem Factory 102 ist ein moderner 102‑mm All‑Mountain/Freeride‑Ski, gedacht als reisetauglicher One‑Ski‑Quiver: verlässlich auf der Piste, souverän in zerfahrener Schnee und mit ausreichend Auftrieb an Powdertagen. Die Bauweise ist hochwertig: Pappelholzkern mit Buchen‑Montageplatte, Titanal‑„Arrow“ unter der Bindung, Gummidämpfung in Schaufel und Heck, dicke Kanten und eine schnelle Race‑Lauffläche. Auf Schnee wirkt er richtungsstabil, ruhig und berechenbar, mit Vorliebe für mittlere bis lange Schwünge.
Kernpunkte
- Ruhig und gedämpft: bleibt gelassen in Crud und auf harter Piste.
- Verlässlicher Kantengriff: 88°/1,5° Werkschliff + Metall unter der Bindung.
- Echte 102‑mm Vielseitigkeit: ordentlicher Auftrieb bei präziser Pistenleistung.
- Nicht ultraleicht: stabiler/haltbarer als ein Tourenski, dafür schwerer beim Aufstieg.
- Direktioneller Charakter: belohnt Tempo und saubere Technik mehr als verspieltes Kurzschwingen.
Konstruktion & Design
- Vertikal lamellierter Pappelkern + CNC‑gefräste Buchen‑Montageplatte: lebendig mit hoher Schraubfestigkeit.
- Prepreg‑Glasfaser + 0,4 mm Titanal‑„Arrow“ (65×1000 mm) unter dem Fuß: Torsionssteifigkeit und Grip, wo es zählt.
- 1,5 mm Haberkorn Race‑Gummi in Tip & Tail + 0,2 mm Gummifolie an der Kante: reduzierte Vibrationen/Schwingungen.
- Extra breite ABS‑Seitenwangen (8,5 mm) + 2,3×2,2 mm Stahlkante: Robustheit und Langlebigkeit.
- Isospeed 7515 High‑Density Race‑Belag mit Steinschliff: sehr gute Gleitwerte, regelmäßiges Wachsen lohnt.
- Tip‑ und Tail‑Rocker mit Camber unter der Bindung: einfache Schwungeinleitung, unterstützendes Heck.
- Werkschliff 88°/1,5°: präzises Ansprechen auf Hartschnee.
- ABS‑Heckinsert für Felle.
- Ausgewählte Jahrgänge: BÖA A.R.S. Adjustable Rocker System für einstellbaren Rocker.
Fahreindruck
- Piste/Hartschnee: Der 21‑m‑Radius (184), Metall unter dem Fuß und der feste Schliff ermöglichen sichere GS‑Schwünge. Er mag Tempo; bei sehr niedriger Geschwindigkeit wirken Rustler 10 oder Bent 100 verspielter, doch der Factory 102 glänzt, sobald man Gas gibt.
- Mischschnee/Crud: Rund 2.000 g pro Ski (184) plus Gummidämpfung halten ihn ruhig in Bruchharsch und Windpress. Etwas weniger „Dampfwalze“ als ein Mantra M6, dafür gutmütiger im 3D‑Schnee.
- Powder: 102 mm und ausgewogener Rocker tragen solide bis ca. 20–30 cm; für tiefe Tage größer wählen (184/190). Weniger „surfy“ als ein QST 106 oder Bent 110, dafür präziser auf hartem Untergrund.
- Buckel/Wald: Unterstützendes Heck, nicht peitschend. Er verlangt aktive, zentrierte Füße; anspruchsvoller als ein Bent 100, aber insgesamt stabiler.
Montage & Längenwahl
- Montagepunkt: ca. −75 bis −80 mm hinter True Center für richtungsstabile Haltung.
- Längen: 176 (20 m), 184 (21 m), 190 (22 m). 184 als Allround für die meisten; 176 für enge Bereiche/Agilität; 190 für Tempo, weites Gelände oder schwerere Fahrer.
- Bindungen: Alpin (Griffon/Attack/STH2) für Resort; Hybrid (Shift/CAST) für gelegentliche Touren—Heckinsert ist fellfreundlich.
Vergleiche
- Nordica Enforcer 100: schwerer und auf Eis noch dominanter; Factory 102 etwas lockerer im Weichen und weniger ermüdend.
- Blizzard Rustler 10: leichter und verspielter; weniger Dämpfung bei schlechten Bedingungen.
- Salomon QST 106: mehr Auftrieb und Surf‑Gefühl; weniger Präzision auf Beton.
- Volkl Mantra M6 (96 mm): top auf Hartschnee; weniger Auftrieb/Nachsicht.
- Atomic Bent 100: sehr verspielt und leicht; deutlich weniger laufruhig bei Speed.
Für wen (und für wen nicht)
- Ideal: Fortgeschrittene bis Experten, die einen Ski für Piste, Crud und moderate Powdertage suchen und Stabilität sowie Kantengriff priorisieren, mit etwas Lockerheit durch den Rocker.
- Weniger ideal: Park‑Fokus, extrem verspieltes Kurzschwingen bei niedriger Geschwindigkeit, Grammjäger für lange Touren oder Powder‑Puristen mit maximalem Surf‑Anspruch.
Spezifikationen und ihre Bedeutung
- Rocker‑Profil: Tip & Tail Rocker + Camber. Leichtes Pivot/Driften, mit Support und Energie unterm Fuß.
- Schaufelbreite: 176: 131 mm; 184: 132 mm; 190: 133 mm. Unterstützt Auftrieb und Einleitung.
- Mittelbreite: 102 mm. All‑Mountain Sweet Spot: schnelle Kantenwechsel + Soft‑Snow‑Support.
- Heckbreite: 176: 120 mm; 184: 121 mm; 190: 122 mm. Stabiles Schwungende und Landungen.
- Gewicht (pro Ski): 176: 1.910 g; 184: 2.000 g; 190: 2.090 g. Genug Masse für Dämpfung ohne „Voll‑Panzer“.
- Radius: 176: 20 m; 184: 21 m; 190: 22 m. Bevorzugt mittlere/lange Radien; spurtreu bei Tempo.
- Längen: 176, 184, 190 cm. An Gelände, Tempo und Fahrergewicht anpassen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Sehr laufruhig in ruppigem Schnee.
- Vielseitige 102‑mm Plattform mit echter Kantenstärke.
- Direktionell und tempofreudig.
- Robuste Bauart, schneller Belag braucht Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Q: Für wen ist der Extrem Factory 102 gedacht?
A: Für fortgeschrittene/Experten, die einen Ski für wechselhafte Resort‑Tage möchten. Der Factory 102 setzt auf Stabilität, Kantengriff und berechenbares Handling mit genug Rocker für Agilität im Weichen.
Q: Wie vergleicht er sich mit dem Nordica Enforcer 100?
A: Der Enforcer ist schwerer und auf Eis noch bissiger. Der Factory 102 ist minimal lockerer und weniger ermüdend, bleibt aber bei Tempo vertrauenerweckend.
Q: Welche Länge soll ich wählen?
A: Meistens körpergroß oder leicht darunter. 176 cm für Agilität/engeres Gelände, 184 cm als Allround, 190 cm für Geschwindigkeit, weite Hänge oder schwerere Fahrer.
Q: Ist er tourentauglich?
A: Ja, als „Resort‑first, Tour‑second“. Mit Shift/CAST eignet er sich für Sidecountry/gelegentliche Touren; das Heck‑Insert hält den Fell‑Clip sicher, das Mehrgewicht erhöht die Abfahrtsstabilität.