Von Andrew Ingold
Der Extrem Drifter 102 ist ein Freetouring‑Ski mit echter Abfahrts‑DNA: leicht genug für lange Anstiege, zugleich ruhig und vertrauenerweckend in der Falllinie. Die lange, gleichmäßige Tip‑ und Tail‑Rocker‑Linie macht ihn verspielt und fehlerverzeihend; der moderate 20‑m‑Radius und ein Pappel/Paulownia‑Kern mit Glas/Carbon liefern Stabilität und Kantengriff, die in dieser Gewichtsklasse herausstechen.
Die lange Tip‑Rocker sorgt für echte Auftriebshilfe bei 102 mm. Der Drifter 102 surft und slasht bereitwillig, mit einer Ferse, die Landungen stützt ohne zu haken. In Bäumen und technischem Gelände gelingt der Kurveneinzug mühelos.
Für sein Gewicht hält er die Spur beeindruckend. Glas/Carbon und Gummieinlage zähmen Vibrationen auf windgepresster oder aufgefirnter Oberfläche. In richtig schwerem Crud bleiben jedoch massivere Modelle (z. B. Blizzard Hustle 10, Salomon QST 106) bei hoher Geschwindigkeit gelassener.
Der 20‑m‑Radius fährt sich natürlich und gut kontrollierbar. Mit sauberer Technik gelingen echte Carves. Auf blankem Eis stößt die geringe Masse/Rocker an Grenzen; beherrschbar ja, aber nicht die Bissigkeit eines schweren All‑Mountain‑Skis.
Hier spielt er auf: geringe Schwungmasse, weicher Flex, leichtes Lösen — schnelles Füßchen, konstantes Tempo.
Mit rund 1.560 g (176 cm) ist der Drifter 102 ein ernstzunehmender Freetouring‑Ski: effizient im Aufstieg, mit genügend Substanz für sportliche Abfahrten. Passt bestens zu Hybridbindungen (Tecton/Shift/Kingpin) oder leichten Pin‑Bindungen für große Höhenmeter.
Q: Wie schlägt sich der Extrem Drifter 102 auf Hartschnee?
A: Für sein Tourengewicht carvt er überraschend gut dank 20‑m‑Radius und solider Bauweise. Auf blankem Eis zeigt sich die Dämpfungsgrenze; schwerere All‑Mountain‑Ski greifen stärker.
Q: Reichen 102 mm für Powder‑Touren?
A: Die lange Tip‑Rocker sorgt für starken Auftrieb für diese Breite. Wer nur Tiefschneetage fährt, greift breiter; für gemischte Bedingungen ist 102 mm extrem vielseitig.
Q: Welche Bindungen passen am besten?
A: Für 50/50: Fritschi Tecton, Salomon/Atomic Shift oder Marker Kingpin. Für lange Touren: leichte Pin‑Bindung. Die Buchenplatte unter der Bindung erhöht die Schraubenfestigkeit.
Der Extrem Drifter 102 verbindet echtes Tourengewicht mit Abfahrts‑Selbstvertrauen. Gutmütig, verspielt und in schwierigem Schnee erstaunlich fähig. Wer maximale Dämpfung auf Eis sucht, wählt schwerer; alle anderen bekommen einen modernen, ausgewogenen Freetourer.
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