Down Lowdown Carbon 88 Test
Der Down Lowdown Carbon 88 ist ein Freerando/All‑Mountain‑Tourenski, der effizient aufsteigt und für sein Gewicht ungewöhnlich gelassen abfährt. Gedacht für lange Anstiege, steile Linien und Frühjahrsbedingungen (hart, Firn, wechselhaft) kombiniert er viel Faseranteil (Triax‑Glas + Sigratex‑Carbon), Dämpfungsgummi und eine Titanal‑Einlage unter der Bindung. Ergebnis: hohe Torsionssteife und ein ruhiges „Point‑and‑Shoot“‑Gefühl, das viele 88er Leicht‑Tourenski nicht erreichen.
Für wen?
- Tourengeher, die Abfahrtsvertrauen und Kantenhalt auf hart/steil priorisieren, ohne schwere Ski zu schleppen.
- Ski‑Alpinismus/Frühjahrstouren, bei denen Verlässlichkeit in Mischschnee wichtiger ist als Verspieltheit.
- Kräftige/fahrstarke Skifahrer, denen viele 88er zu nervös in unruhigem Schnee sind.
Weniger ideal, wenn Sie einen sehr verspielten Kurzschwung‑Carver oder Tiefschneespezialisten suchen.
Fahreindruck (Abfahrt)
- Hart & steil: Camber unter dem Fuß und nahezu flaches Heck übertragen Druck präzise. Der längere Radius (22 m in 175) liebt mittel‑bis‑lange Schwünge und bleibt auf der Kante ruhig; kein Slalom‑Wender.
- Wechselhaft: Für diese Klasse stark gedämpft. Glas + Carbon mit Gummi bügeln Vibrationen besser als viele UL‑Modelle und helfen beim spurtreuen Fahren in zerfahrenem Schnee.
- Firn & weicher Schnee: Der niedrige, elliptische Tip‑Rocker greift berechenbar und verhindert Tauchneigung. Mit 88 mm Taillierung ist Auftrieb begrenzt—bis Schienbein‑Tiefe passt’s. Für tiefe Tage: Lowdown Carbon 98.
Aufstieg & Effizienz
Mit ca. 2880 g pro Paar in 175 cm (rund ~1440 g pro Ski) ist er nicht skimo‑ultraleicht, bleibt aber effizient für viel Höhenmeter. Gegen Federgewichte wie Dynafit Blacklight 88 oder Atomic Backland 88 trägt man etwas mehr, bekommt aber deutlich mehr Ruhe bergab. Das flache Heck hilft bei Spitzkehren/Ankern; der größere Radius läuft stabil auf harten Querungen.
Spezifikationen und Bedeutung
- Rockerprofil: Freeride Rocker (Camber unterfoot, niedrige elliptische Schaufel, nahezu flaches Heck). Sorgt für Kantenhalt, sanfte Übergänge und unterstützendes Heck in steilem Schnee.
- Maße: 119‑88‑107 mm. Relativ gerader All‑Mountain‑Shape: genug Schaufel zum Einleiten, stützendes Heck ohne „Haken“.
- Radius: 22 m (175), 20 m (167), 18 m (159). Mehr Stabilität/Tempo, weniger Fokus auf extrem kurze Schwünge.
- Gewicht: ca. 2880 g pro Paar (175) — DOWN scheint Paargewichte anzugeben; ~1440 g pro Ski (175) geschätzt. Etwas schwerer als UL, dafür mehr Dämpfung/Haltbarkeit.
- Aufbau: Paulownia‑Kern; Triax‑Glas + 50K Sigratex‑Carbon (~2010 g/m² Fasern), Semperdur‑Dämpfungsgummi, Titanal‑Einlage, 1,5 mm gesinterter Belag, 1,85 mm Kanten. Ziel: Torsionssteife, Vibrationskontrolle, Langlebigkeit.
- Längen: 159, 167, 175 cm. Kürzer = wendiger/leichter; länger = mehr Ruhe/Fläche.
Montage & Bindungsempfehlung
- Bindungen: 250–320 g Tech‑Bindungen (ATK Raider, Marker Alpinist, Salomon MTN) halten das Tourengewicht niedrig bei genügend Steuerung. Für mehr Abfahrtsmacht passt eine etwas kräftigere Pin‑Bindung (R12‑Klasse); Alpin ist unnötig.
- Montagepunkt: DOWN‑Linie/Empfehlung folgen; ein traditioneller, leicht zurückversetzter Punkt nutzt das stützende Heck optimal.
Größenwahl
- 175 cm: für die meisten Fortgeschrittenen/Erfahrenen, Stabilität im offenen Gelände.
- 167 cm: leichtere/kleinere Fahrer oder couloir‑lastige Tage.
- 159 cm: maximale Wendigkeit/geringstes Gewicht für kleine Fahrer.
Hinweis: Flache Hecks „fahren lang“; zwischen zwei Größen: kürzer für enges Gelände, länger für Tempo/Stabilität.
Vergleiche
- Blizzard Zero G 85/95: leichter und bissiger auf hart, aber nervöser im Harsch. Der Down ist gelassener und verzeihender bei Tempo.
- Dynafit Blacklight 88: steigt schneller bei weniger Masse; der Down fährt gedämpfter und vertrauensvoller, wenn’s ruppig wird.
- Fischer Transalp 86 Carbon / Völkl Rise Above 88: wendiger/pivotfreudiger, weniger „point‑and‑shoot“ in ruppigem Schnee.
- Scott Superguide 88: ähnliche Zielsetzung; der Down wirkt gelassener/abfahrtsorientierter, der Superguide verspielter.
Pros und Contras
- Pro: Sehr guter Kantenhalt und Ruhe fürs Gewicht
- Pro: Kräftiger Belag/Kanten als viele UL‑Tourer (haltbar)
- Pro: Unterstützendes flaches Heck für Steilgelände/Spitzkehren
- Contra: Bevorzugt mittel‑/lange Schwünge, kein Kurzschwung‑Star
- Contra: Nicht der leichteste im Aufstieg
- Contra: Auftrieb naturgemäß begrenzt bei 88 mm
Wichtigste Erkenntnisse
- Point‑and‑Shoot‑Vertrauen: bemerkenswert gelassen für 88 mm.
- Kluger Kompromiss: wenige Gramm mehr = echte Abfahrtsstabilität.
- Gebaut für Langlebigkeit: dicker Belag/Kanten lohnen sich.
Häufig gestellte Fragen
F: Wie viel wiegt der Lowdown Carbon 88 pro Ski?
A: DOWN nennt offenbar Paargewichte: 2880 g (175), 2720 g (167), 2538 g (159). Pro Ski ca. ~1440 g (175), ~1360 g (167), ~1269 g (159).
F: Wie schlägt er sich auf hartem/steileren Untergrund?
A: Genau hier glänzt er. Camber, Torsionssteife und flaches Heck liefern starken Kantenhalt und Vorhersehbarkeit—ideal für Couloirs und gefrorene Morgen.
F: Welche Bindungen passen am besten?
A: Leichte bis mittlere Tech‑Bindungen (250–320 g) wahren Effizienz und Kontrolle. Für mehr Downhill‑Power eine R12‑Pin‑Bindung; Alpin ist nicht nötig.
F: Taugt er als Daily‑Driver für Touren?
A: Wenn Ihre Saison viel hart/variabel bedeutet: ja. Für verspielte Waldabfahrten oder Tiefschnee nehmen Sie besser den breiteren Lowdown (z. B. 98).