Test: CAST Freetour 2.0
Überblick
Der CAST Freetour 2.0 kombiniert eine Tech-(Pin-)Tourenspitze mit einer Look Pivot Alpinferse. Das Ergebnis ist ein echtes Hybrid-System: effizient im Aufstieg mit Pin-Zehenstück, maximal alpines Fahrgefühl bei der Abfahrt mit Pivot. Für Freerider, die keine Abstriche bergab machen wollen und dennoch touren, ist das eine starke Lösung.
Für wen?
- Anspruchsvolle Fahrer, die maximale Dämpfung/Elastizität bergab schätzen und regelmäßig aufsteigen.
- Freeride/All-Mountain-Skifahrer zwischen Resort, Sidecountry und Backcountry.
- Fahrer mit höherem DIN-Bedarf (6–15 oder 8–18) und Multi-Norm-Schuhen.
Spezifikationen erklärt
- Bindungstyp: Hybride Alpine–Touring
Bedeutung: schnelles Wechseln zwischen leichtem Tech-Zehenstück (Aufstieg) und Alpin-Vorderbacken + Pivot-Ferse (Abfahrt).
- DIN/Auslösung: 6–15 (Pivot 15), 8–18 (Pivot 18)
Bedeutung: für fortgeschrittene bis sehr sportliche und schwerere Fahrer; breiter Einstellbereich.
- Elastischer Weg: Spitze 45 mm, Ferse 28 mm
Bedeutung: viel Elastizität hält den Schuh zentriert und verhindert Fehlauslösungen bei Schlägen und Landungen.
- Bremsbreite: 95/105/115/130 mm
Bedeutung: Bremse etwas breiter als Skimitte wählen für optimale Funktion.
- Gewicht: ~1340 g je Bindung (alpin); ~1000–1016 g (tour)
Bedeutung: nicht ultraleicht, aber angemessen angesichts Pivot-Sicherheit/Feeling; Tourenmodus spart Gewicht an der Spitze.
- Kompatibilität: ISO 5355, ISO 23223 (GripWalk), ISO 9523
Bedeutung: passt zu den meisten Alpin- und Tourenschuhen; AFDs für jede Norm liegen bei.
- Materialien: 7075 Aluminium, POM, Edelstahl
Bedeutung: hohe Festigkeit und Haltbarkeit für harte Einsätze im Gelände.
Fahrverhalten
- Abfahrt: die Look Pivot-Ferse liefert das bekannte, geschmeidige, elastische Fahrgefühl mit sicherer Mehrfachauslösung. Sprünge und wechselnde Bedingungen fühlen sich kontrolliert an. Gegenüber vielen Hybriden (Shift, Duke PT) bietet die Pivot nach wie vor sehr viel Elastizität.
- Aufstieg: Tech-Zehenstück, Bremsarretierung und 0°/8°/12° Steighilfen sorgen für effizientes Steigen. Die Fersenmasse ist spürbar, dennoch deutlich natürlicher als Rahmenbindungen.
Handhabung und Wechsel
- Das wechselbare Zehenstück ist das Herzstück. Für den Aufstieg die Tech-Spitze montieren, für die Abfahrt zum Alpin-Vorderbacken wechseln. Das sind ein paar Handgriffe mehr und das Ersatz-Zehenstück will verstaut werden, geht aber schnell in Fleisch und Blut über.
- Bremsarretierung und solide Schnittstelle erleichtern den Wechsel; bei nassem Schnee kann Eis an der Grundplatte kurz entfernt werden müssen.
Haltbarkeit und Pflege
Gefrästes 7075-Alu und Edelstahlschrauben wirken sehr robust. Die Pivot-Konstruktion ist bewährt. Schrauben/AFDs regelmäßig prüfen und die Zehenplatte eisfrei halten für konstante Auslösung.
Vergleiche
- Salomon/Atomic Shift: einfachere Wechsel (kein loses Zehenstück) und leichter am Fuß. CAST fährt bergab noch „alpiner“ dank Pivot-Ferse und größerer Elastizität, bei etwas langsameren Wechseln.
- Marker Duke PT: ähnlich alpines Fahrgefühl, meist schwerer. CAST ist im Tourenmodus leichter und schluckt harte Schläge geschmeidiger.
- Fritschi Tecton/Marker Kingpin: deutlich leichter und schneller im Aufstieg, aber weniger Fersenelastizität und niedrigerer max. DIN. CAST punktet, wenn Abfahrt oberste Priorität hat.
Mögliche Nachteile
- Mehr Schritte beim Wechsel und ein Zehenstück zum Verstauen.
- Schwerer als reine Tech-Bindungen; nicht ideal für sehr lange Touren.
- Montage/Feinabstimmung am besten durch erfahrene Werkstatt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Abfahrtsfokus: Pivot-Ferse liefert Klassen-Elastizität und Vertrauen bei Tempo und Landungen.
- Echte Hybridlösung: Tech-Zehe für Aufstiege, Alpin-Zehe + Pivot-Ferse für maximale Abfahrtsleistung.
- Bewusster Kompromiss: etwas mehr Gewicht/Wechselzeit für überlegene Abfahrtsperformance.
Häufige Fragen
F: Ist der CAST Freetour 2.0 mit GripWalk kompatibel?
A: Ja. AFDs für ISO 5355, ISO 23223 (GripWalk) und ISO 9523 sind enthalten. Passform nach der Montage prüfen.
F: Wie ist das Gewicht im Vergleich zur Shift?
A: Im Tourenmodus etwas schwerer wegen der Pivot-Ferse. Dafür gibt’s mehr Elastizität und echtes Alpin-Gefühl bergab.
F: Welche Bremsbreite soll ich wählen?
A: In der Regel 5–15 mm breiter als die Skimitte (z. B. 105 mm für 100 mm Ski). Zu schmal behindert, zu breit kann in der Schnee greifen.