Blizzard Zero G 105 Test
Der Blizzard Zero G 105 ist ein leichter, breiter Tourenski mit erstaunlicher Abfahrts-Performance. Dank Carbon Drive 3.0, Paulownia-Kern und frühem Tip-/Tail-Rocker mit Camber unter der Bindung fährt er präziser und vertrauenerweckender als viele 105-mm-Tourenski. Kurz gesagt: sehr effizient im Aufstieg, hervorragender Kantenhalt für die Klasse, solide Auftrieb im Powder – aber nicht so gedämpft wie schwere Freeride-Boards.
Das Besondere
- Torsionssteif ohne Kilos: Carbon Drive 3.0 liefert starken Kantenhalt und direkte Kraftübertragung bei niedrigem Schwunggewicht.
- Direktionelle Geometrie mit langem Radius: Mag große, ruhige Schwünge und einen aktiven, vorwärts gerichteten Fahrstil.
- Echtes Tourengewicht: ca. 1545 g/Ski in 180 cm—effizient im Aufstieg, vertrauenswürdig in der Abfahrt.
Fahrverhalten
- Powder & weicher Schnee: Früher Rocker in der Schaufel hilft dem 105er Unterfuß schnell aufzuschwimmen. Nicht ultra-slarvig, dafür stabil mit stützendem Tail.
- Variabel & Windharsch: Für das Gewicht überraschend ruhig und griffig; der lange Radius will Schwünge öffnen. In schwerer Zerstörung/Bruchharsch spürt man Vibrationen—aktiv und leichtfüßig fahren zahlt sich aus.
- Hart & steil: Exzellenter Kantenhalt für einen Tourenski. Der Werks-Schliff 0,9°/87,5° beißt beim Queren und in Sprüngen. Nicht so gedämpft wie ein schwerer Freerider, aber präzise und berechenbar.
- Wald & eng: Geringe Masse = wendig. Moderater Tailrocker ermöglicht Drehen, Charakter bleibt jedoch eher direktionell als verspielt.
Aufstiegseffizienz
Leicht, effizient und mit gutem Fell-Grip dank Camber. Partielle Seitenwange und verstärkte Bindungszone bringen Schraubhalt und Krafttreue mit Pin-Bindungen—ideal für lange Tage und ernsthafte Lines.
Stabilität & Tempolimit
Gemessen am Gewicht sehr stabil. In zerpflügten Pistenbedingungen gibt es jedoch ein Tempolimit. Schwerere oder sehr aggressive Fahrer können für mehr Reserven zur längeren Größe greifen.
Aufbau und Specs erklärt
- Rocker-Profil (Tip-/Tail-Rocker + Camber): Bessere Schwimmneigung und einfaches Einlenken im Weichen, mit Camber für Grip und Rebound auf Hartem.
- Radius: 18/20/23/24 m (164/172/180/188). Längerer Radius = Ruhe bei Tempo und große Radien; weniger spritzig in Kurzschwüngen.
- Maße (mm): Schaufel/Ende skalieren mit der Länge (z. B. 180 cm: 133-105-119). Mehr Schaufelbreite = mehr Auftrieb; stützendes Tail mit leichtem Rocker gibt Sicherheit am Schwungende.
- Gewicht: Ca. 1320–1660 g pro Ski je nach Länge—spart Energie im Aufstieg; weniger Dämpfung in ruppigem Schnee vs. schwerere Ski.
- Carbon Drive 3.0: 3D-UD-Carbon + bidirektionales Carbon unter der Bindung für Torsionskontrolle, Direktheit und Schraubhalt.
- Seitenwange (teilweise ABS): Haltbarkeit und Kantenbiss dort, wo es zählt, mit Gewichtseinsparung wo möglich.
- Werkskanten (0,9° Base / 87,5° Side): Relativ bissiger Schliff, gut auf hartem Schnee; nach Geschmack feinjustieren.
Größenwahl kurz & knapp
Die meisten Tourengeher 70–85 kg fahren 180 cm am ausgewogensten. 188 cm für 85+ kg, hohes Tempo, schwere Rucksäcke oder weites Gelände. 172 cm für leichtere Fahrer oder steile/technische Ziele; 164 cm für kleinere Fahrer oder Ultraleicht-Touren.
Montage & Bindungstipps
- Empfehlung: Pin-Tech-Tourenbindungen. Eine leichte bis mittlere Pin-Bindung (ca. 300–700 g) passt am besten zum Einsatzzweck.
- Stopperbreite: 105–110 mm. Felle mit ~105–110 mm Mittelbreite.
Vergleiche
- Atomic Backland 107: Spielerischer/surfiger, aber weniger torsionssteif auf Eis. Zero G 105 wirkt präziser und vertrauenswürdiger im Steilen.
- Salomon QST Echo 106: Etwas schwerer und gedämpfter in Zerfahrenem; weniger präzise auf hartem Eis. Zero G 105 steigt effizienter und hält besser die Kante.
- Black Crows Corvus Freebird: Mehr Dämpfung und höheres Top-End, aber deutlich schwerer beim Aufstieg.
- DPS Pagoda Tour 106 C2: Sehr leicht und seidig im Gefühl, aber teurer und nicht so „bissig“ auf blankem Eis.
- Blizzard Zero G 95: Schneller bergauf und besser auf Hartschnee; der 105er bringt die nötige Reserve für Midwinter.
Mögliche Nachteile
- Weniger Dämpfung in schwerem/vereistem Zerfahrenen; Vibrationen spürbar.
- Direktionell, langer Radius—weniger verspielt/slashy als manche 105er Tourenski.
- Der scharfe Werkschliff kann auf Piste haken, wenn man nicht nach eigenem Geschmack entgratet.
Wichtigste Erkenntnisse
- Leicht mit echter Abfahrtskompetenz.
- Überdurchschnittlicher Kantenhalt/Präzision in der 105-mm-Tourenklasse.
- Kein Pisten-Bulldozer—aktive Fahrtechnik bleibt gefragt.
Häufig gestellte Fragen
Q: Für wen ist der Blizzard Zero G 105 gedacht?
A: Für Tourengeher, die geringes Gewicht, verlässlichen Kantenhalt und ausreichenden Auftrieb im Powder suchen. Ideal für technische Linien, lange Tage und präzise Fahrweise.
Q: Taugt er für die Piste?
A: Gelegentlich ja, vor allem bei weichem Schnee. In zerfahrener Pisten-Trümmerwiese fehlt die Masse/Dämpfung eines schweren Freeriders.
Q: Welche Länge soll ich nehmen?
A: 70–85 kg: meist 180 cm. Größer/schneller/mit viel Gepäck: 188 cm. Leichter/steil-technisch: 172 cm (oder 164 cm für sehr kleine Fahrer).
Q: Welche Bindung passt am besten?
A: Pin-Tech-Tourenbindungen. Leicht bis mittelgewichtig balanciert die Ski-Idee am besten; schwere Alpinbindungen passen weniger gut zum Konzept.